Historische Fensterbeschläge
Das Schließen der Fensterflügel erfolgt in der einfachen Form mit dem Vorreiber, einem Umlegeriegel mit Griffknöpfchen, der gegen den ins Holz eingeschlagenen Streichdraht oder auch gegen ein Zierblech drückt. Je größer das Fensterformat, desto mehr Vorreiber und damit auch Bedienaufwand ist nötig.
Mit der Möglichkeit, größere Glasflächen rationell herzustellen, wurden die Fenster in der Barockzeit immer größer.
Die instabilen Fensterflügel mußten auch in großer Höhe ohne Leiter beim Schließen gegen den Fensterrahmen gedrückt werden. Dies ermöglichten geteilte Schubstangen, die mittels des Griffgetriebes nach oben und nach unten in die Aufnahmen glitten. Bei diesen Baskülbeschlägen wurden Griffe, Getriebekörper und Stangenführungen oft
kunstvoll gegossen. Eine abgewandelte Form sind bereits im 15. Jahrhundert bekannte Espagnolettebeschläge, die Drehstangenverschlüsse haben.
Aufgeschraubte Rosettengarnituren bedienten die zur Jahrhundertwende aufkommenden, im Holz eingelassenen Fenstergetriebe.
Die üblichen Fensterrahmen sind historische Baustoffe historische Baustoffe und waren verzapft und unverleimt mit einem Holznagel gesichert. Schlanke Rahmenquerschnitte benötigten zusätzliche, aufgeschraubte Winkelbänder, an die Bandrollen für die Fensterkloben angearbeitet waren.
Barockwinkelbänder sind dabei oft fein ziseliert und verzinnt, Biedermeierbänder
enden mit einem Kugelmotiv.
Fensterbeschläge, als historische Baustoffe, sind voller Charme und weisen durch Unverwechselbarkeit Individualität und Einzigartigkeit auf. Neben der Funktionalität drücken Sie Stilempfinden und „die Besonderheit“ der Bewohner eines Hauses wieder.
Leider werden historische Fensterbeschläge oftmals durch neuartige Massenware der Bauhäuser ersetzt. Die ursprüngliche Schließtechnik antiker Beschläge rückt so in den Hintergrund bzw. gerät in Vergessenheit.
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